Bücherverbrennung

Am Abend des 10. Mai 1933 wurden in vielen deutschen Städten zeitgleich Bücher von jüdischen, pazifistischen, linken oder sonst nicht ins Konzept passenden Schriftstellern verbrannt. In Berlin nahmen etwa 40.000 Menschen aktiv oder passiv daran teil. Unter den verbrannten Büchern fanden sich Werke von Heinrich Heine, Erich Kästner, Kurt Tucholsky, Erich Maria Remarque, Heinrich Mann, Karl Marx, Sigmund Freud …
»Der Opernplatz war in weitem Umfange abgesperrt und von einer dichten Kette von Zuschauern umsäumt. Um 11 Uhr trafen die ersten des Zuges im Braunhemd und Couleur, an deren Spitze der neue Ordinarius für politische Pädagogik in Berlin, Professor Dr. Alfred Bäumler, marschierte, auf dem Opernplatz ein. Sie marschierten auf dem weiten Platz auf und warfen ihre Fackeln in den in der Mitte errichteten Scheiterhaufen, auf dem die Flammen in wabernder Lohe emporschlugen. Von der Seite der Behrenstraße her beleuchten riesige Scheinwerfer den ganzen Platz. Von den Wagen, die das undeutsche Schriftmaterial bis zum Opernplatz in die Nähe des Scheiterhaufens gebracht hatten, bildete sich eine lange Kette von Studenten, und von Hand zu Hand gingen die Bücher, die dann dem Feuer überantwortet wurden. Unter dem Jubel der Menge wurden um 11.20 Uhr die ersten Bücher der mehr als zwanzigtausend, die heute auf diesen Scheiterhaufen als symbolischer Akt verbrannt werden, in die Flammen geworfen. [...] Während der Verbrennung der Bücher spielten SA- und SS-Kapellen vaterländische Weisen und Marschlieder, bis neun Vertreter der Studentenschaft, denen die Werke nach einzelnen Gebieten zugeteilt waren, mit markanten Worten die Bücher des deutschen Ungeistes dem Feuer übergaben [...]«

Der Textausschnitt aus dem »Neuköllner Tageblatt« wurde der Digitalen Bibliothek Band 49 »Das Dritte Reich« entnommen.


»Das war ein Vorspiel nur. Dort wo man Bücher
Verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.«
Heinrich Heine (Almansor, 1821)

 
 

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