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Ein Blick hinter die bedruckten Seiten

Mein Praktikum beim Heimat-Echo

Für mich war sofort klar, dass ich bei einer Zeitung bzw. einem Verlag mein Betriebspraktikum machen wollte – aus dem typischen Schülergrund heraus, dass ich sehr gerne schreibe. Journalismus interessiert mich und so wollte ich mir diese Gelegenheit, einmal hinter die Kulissen zu schauen, nicht entgehen lassen. Beim Heimat-Echo habe ich mich schließlich beworben, weil es, als Zeitung des Nordosten Hamburgs, Themen aus meinem Umfeld behandelt und ein kleinerer Betrieb mir eher die Chance geben würde, alles kennenzulernen. Ich wollte wissen, wie eine Zeitung arbeitet, besonders, wie genau die Texte entstehen, vom anfänglichen Recherchieren bis zum abschließenden Punkt des letzten Satzes. Im Fernsehen oder in Büchern erfährt man schon einiges über die Arbeit als Journalist, aber stimmt das wirklich alles so, wie es dort gezeigt wird, ständig hektisch, ständig unter Stress und Zeitdruck? Natürlich hoffte ich, auch einmal selbst etwas für die Zeitung schreiben zu können...


Beim Heimat-Echo sind zwölf Mitarbeiter beschäftigt: Der Geschäftsführer Franz Flint, eine Sekretärin, Redaktion und Redaktionsleitung, dazu sechs Mediaberater und zwei Mitarbeiter, die für Grafik und Layout zuständig sind; natürlich gibt es noch weitere freie Mitarbeiter. Die Zeitung erscheint wöchentlich am Mittwoch und informiert ihre Leser über die aktuellsten Geschehnisse in ihrer Umgebung. Sie wird kostenlos an alle Haushalte ihres Verbreitungsgebiets verteilt und finanziert sich über den Verkauf von Anzeigen. Das Heimat-Echo arbeitet mit sechs weiteren Wochenblättern zusammen, die gemeinsam den ganzen Raum Hamburg und Teile Schleswig-Holsteins abdecken. 


Mein Arbeitstag begann um etwa 9:00 Uhr und endete um circa 15:00 Uhr. Meistens bekam ich zuerst von Herrn Flint Aufgaben. Wenn ich fertig war, hatte er meistens schon etwas Neues für mich. Ich beschäftigte mich viel mit Excel: Ich wertete andere konkurrierende Zeitungen aus, wie zum Beispiel die MARKT oder das HAMBURGER ABENDBLATT DIE WOCHE. So sollte ich herausfinden, welche Anzeigenkunden anderer Zeitungen das Heimat-Echo gegebenenfalls ansprechen könnte, ob sie auch dort Werbung schalten wollen. 


Doch ich durfte auch anderes ausprobieren: Einmal konnte ich eine Art „Kladdeversion“ einer Anzeige entwerfen, die Herr Flint einem möglichen neuen Kunden vorlegen wollte. Das war etwas Neues, schließlich wurde meine Arbeit jetzt wirklich aktiv verwendet. Ich war nicht nur mit den Aufgaben beschäftigt, die Herr Flint mir gab, sondern konnte überall einmal hereinschnuppern: Ein Mediaberater erklärte mir die für den Anfang interessantesten Dinge zu seiner Aufgabe, dem Anzeigenverkauf, und die Sekretärin zeigte mir ein Programm am Computer, auf dem sie die gebuchten Anzeigen auf die noch leeren Zeitungsseiten verteilt. 


Das größte Ereignis während meines Praktikums kam ziemlich am Ende der drei Wochen: Das Heimat-Echo war auf das Projekt „Heinrich schenkt“ an unserer Schule aufmerksam geworden und als ich erzählte, dass meine Klasse das Ganze betreut hatte, durfte ich einen Artikel dazu schreiben! Natürlich überarbeite ich ihn gemeinsam mit einer Mitarbeiterin der Redaktion. Möglicherweise wird er in der Ausgabe dieser Woche erscheinen! 


Was mir mit am besten im Verlag gefallen hat, war der gemeinschaftliche und freundliche Umgang untereinander. Alle kannten und mochten sich und so entstand eine fast familiäre Atmosphäre. Auch ich wurde sofort in diesen Kreis aufgenommen und fühlte mich die ganze Zeit über sehr wohl. 


Die Sache, auf die ich praktisch während des gesamten Praktikums geachtet habe, war der Unterschied zwischen Schule und Betrieb. Auf jeden Fall gefallen hat mir die Tatsache, dass die Zeiten nicht in Stein gemeißelt waren: Ich bekam keinen Eintrag, wenn ich fünf Minuten zu spät kam, dafür blieb ich aber auch mal ein wenig länger. Im Betrieb habe ich zwar auch Aufgaben bekommen, die ich bearbeiten sollte, aber trotzdem hatte ich das Gefühl freier zu arbeiten und nicht so sehr in den „Schranken der Schule“ festzusitzen. Das ist es, was mir gut gefallen hat, an der Umstellung von Schule auf Praktikum, diese neu gewonnene Selbstständigkeit und vielleicht sogar Freiheit. Es ist ein bisschen Hereinschnuppern in das Leben der Erwachsenen. 


Ich denke, ich konnte einiges mitnehmen aus meiner Zeit beim Heimat-Echo. Nicht nur all die Informationen und Erklärungen, die ich so zahlreich erhalten habe und die Eigenheiten und Philosophien einer Zeitung, die ich kennenlernen durfte, sondern auch die Erfahrungen, was Selbständigkeit und „Freiheit“ angeht, habe ich gerne erlebt.


Ich könnte mir vorstellen, eine Zeit lang bei einer Zeitung zu arbeiten, vielleicht kurz nach der Schule, um mir noch klarer zu werden, was ich mir von meiner Zukunft erwarte und was ich mir von ihr wünsche. Auf jeden Fall kann ich aber sagen, dass mir dieses Praktikum wirklich sehr gut gefallen hat und ich es jedem empfehlen kann, dem die Klischees über Presse und Journalisten aus Fernsehen und Büchern nicht ausreichen und der schon immer einmal herausfinden wollte, was wirklich hinter den bedruckten Seiten steckt.                    


 
 

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