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Bist du auch Feuer und Flamme für Olympia in Hamburg?

Ein Bericht über Hamburgs Olympia-Bewerbung

Volleyball, Ringen und Badminton in den Messehallen, Hockey im Millerntorstadion, Wasserball in Wilhelmsburg, Marathon durch Hamburgs Innenstadt und Leichtathletik und Schwimmen auf dem kleinen Grasbrook, einer Insel in der Hafencity, auf der zurzeit noch Hafenfirmen ihren Sitz haben. Olympische Spiele in Hamburg 2024 oder 2028? Kurbeln sie Tourismus und den Ausbau von Sportstätten und Infrastruktur an oder werden die Spiele eine sportliche Elbphilharmonie, die Hamburg noch tiefer in die Schulden reitet?

Bevor Hamburg in die internationale Bewerbung geht, muss es sich im März erst gegen den deutschen Mitbewerber Berlin durchsetzen, 2017 gegen Boston, Istanbul und Rom. Hamburg wirbt mit einem attraktiven Programm, die Spiele auf so engem Raum wie möglich zu halten. Das heißt, die einzelnen Wettkampfstätten möglichst dicht beieinander zu haben. Geplant ist, schon vorhandene Sportstätten und Hallen zu nutzen, um lediglich nur noch ein Olympiastadion, eine Schwimmhalle, die Olympiahalle und das olympische Wohndorf zu errichten.

Hamburg setzt seinen Schwerpunkt nicht auf groß ausgelegte Spiele, sondern auf Nachhaltigkeit. Das Olympiastadion kann nach den Spielen für Leichtathletikwettkämpfe, Konzerte und Vergleichbares dienen. Die für die Spiele vorgesehenen 70.000 Plätze lassen sich auf 20.000 Plätze reduzieren, insofern lässt sich das Stadion für kleine und große Veranstaltungen nutzen. Das Volksparkstadion fasst zum Vergleich 57.000 Zuschauer. Die Schwimmhalle wird weiter als öffentliche Schwimmhalle genutzt und die Olympiahalle als Kreuzfahrtterminal, welches auch ohne die Olympischen Spiele in Hamburg errichtet werden würde. Die gebauten Wohnungen für das Olympiadorf würden danach weiterhin als Wohnungen genutzt und erweitert werden. Das hieße über sechseinhalbtausend neue Wohnungen für Hamburg. Also würde kein Gebäude nach den Spielen leer stehen. Auch für die Unterbringung der vielen Gäste, die Hamburg besuchen würden ist gesorgt. Vor dem kleinen Graasbrook sollen 10 Kreuzfahrtschiffe anlegen, die dann als Hotel fungieren. Die Schiffe werden ans Stromnetz angeschlossen, sodass sie keine unnötigen Abgase in die Luft ablassen.  Es soll ein zusätzlicher Bahnhof gebaut werden, der nah am Olympiastadion liegt und mehrere große Parkplätze vor den Toren der Stadt. Es ist geplant, jedem Sportler ein Fahrrad zur Verfügung zu stellen, um sich fortzubewegen. Dies soll das Ziel "Hamburg als Fahrradstadt" unterstreichen. 

Sportsenator Michael Neumann plant, in der Pause zwischen den olympischen und den paralympischen Spielen die sogenannten „Allympics“ stattfinden zu lassen: Bundesjugendspiele und andere Wettkämpfe im Olympiastadion. So will er den Sport für Schulen und Tagesstätten greifbarer machen.

Die meisten Fraktionen sind für die olympischen Spiele in Hamburg. Die Linke kritisiert, dass das IOC (Internationales olympisches Komitee) Hamburgs gut durchdachtes Konzept kaputtmachen könnte. Auch von den Bürgern wird viel an der Olympiabewerbung kritisiert. Warum gibt man das Geld nicht für Kindertagesstätten oder die Unterbringung von Flüchtlingen aus? Oder für den Ausbau der S-Bahn?

Ohne Olympia in Hamburg würde es viel Geld gar nicht geben, was Hamburg dann für die Spiele ausgeben würde, da es jenes vom IOC als Unterstützung bekommen würde. Brasilien hat für die Austragung der Spiele 2016 1,5 Milliarden Dollar bekommen. Insofern würde, laut Michael Neumann, Hamburg sogar Geld geschenkt bekommen, um Dinge zu bauen, die auch ohne die Spiele in Hamburg notwendig sind. Sie würden nur früher saniert oder gebaut werden.

Auch die Bauzeiten und generell das Geld seien zu knapp berechnet. Dies weist Neumann zurück, die Kosten würden allen transparent gemacht werden und es werde einen Volksentscheid geben, ob Hamburg sich um Olympia bewerben solle.

Durch die Elbphilharmonie sollte Hamburg eigentlich dazugelernt haben, um eine weitere Katastrophe zu verhindern. Es sollen keine neuen Schulden aufgenommen werden. Auch die Ausgaben für die Bewerbung sollen möglichst knapp gehalten werden. Die Kosten für die Bewerbung für die olympischen Spiele 2012 beliefen sich auf 12 Millionen Euro für Hamburg, für die Bewerbung 2024 bis jetzt nur auf 200.000 Euro. Das größte Problem sehen Gegner im Kleinen Grasbrook. Die Firmen, die dort zurzeit noch ansässig sind, sollen auf Ausweichflächen umgesiedelt werden. Angeblich soll dies zwischen fünf und sieben Milliarden Euro in Anspruch nehmen und passende Flächen müssen erstmal gefunden werden.

Trotz dieses letzten Gegenarguments, zu dem auch der Sportsenator eher ausweichend auf Ausweichflächen verwies, bin ich für die olympischen Spiele in Hamburg 2024 oder 2028. Sport bringt Menschen zusammen. Im Sport gibt es keinen IS, keinen Krieg zwischen Russland und der Ukraine und keinen griechischen Hass gegen Angela Merkel. Und wieso soll dieses Ereignis nicht in der Hafenstadt Hamburg stattfinden? Wieso soll das Tor zur Welt nicht das Tor für die Welt werden?

 

 

 

 
 

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