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Ik snack'n beten platt. Un du?

Voßstraat, Störtebeker, Asterix und Obelix, De Fofftig Penns, Fettes Brot... Ja und? Welche Gemeinsamkeiten gibt es denn da? All diese Sachen stehen im Zusammenhang mit der plattdeutschen Sprache. Das Voß von Voßstraat kommt von dem plattdeutschen Wort für Fuchs, es gibt Asterix und Obelix nicht nur im Hochdeutschen, sondern man kann es auch auf Plattdeutsch lesen. „De Fofftig Penns“ ist eine Band, die ausschließlich auf Platt singt. Und auch die Band „Fettes Brot“ singt viel auf Plattdeutsch.

 

„Hochdüütsch kann jeden Döösbartel snacken, Platt is för de Plietschen“, so lernten wir am 12. sowie am 19. Mai 2017 beim Plattdeutsch-LEBL von Herrn Feldhaus. Innerhalb dieser vier Doppelstunden haben wir einen interessanten und sehr informativen Einblick in die plattdeutsche Sprache erhalten können. Mithilfe verschiedener Methoden haben wir die Sprache ein Stück weit erlernt. Dabei ging es sowohl ums Sprechen, als auch ums Hören, Mitsingen und vor allem ums Verstehen.

Doch bevor man eine Sprache verstehen kann, ist es ja ganz gut, auch ein paar Fakten kennen zu lernen. Vor allem früher war die plattdeutsche Sprache weit verbreitet. Doch es gab nicht nur das eine Plattdeutsch, es gab kein falsches, aber auch kein richtiges. Für die einen war zum Beispiel das hamburgische Platt das richtige, für andere wiederum das niedersächsische oder ostfriesische... Alle Arten waren individuell, häufig sehr ähnlich, so dass man sich auch gut verstand, aber eben nicht ganz das Gleiche sprach. Manche Arten der plattdeutschen Sprache waren aber so kompliziert und individuell, dass die Leute, die dieses Platt nicht sprachen, seine Sprecher nicht verstanden. So als würden sie eine vollkommen andere Sprache sprechen. Ja, und das ist es tatsächlich auch: Plattdeutsch ist eine eigene Sprache und kein Dialekt, wie viele denken. Das kann man sehr gut daran sehen, dass beispielsweise die Grammatik sich deutlich von der der deutschen Sprache unterscheidet. Es gibt auch viele Ähnlichkeiten und Gemeinsamkeiten zu anderen Sprachen wie Englisch oder Französisch.

Nachdem wir nun einiges über die plattdeutsche Sprache wussten, ging es los und wir wurden selbst aktiv. Als erstes überlegten wir, ob wir ein paar plattdeutsche Wörter, Zitate oder Sätze kennen und es war erstaunlich zu sehen, was alles von dem Plattdeutschen abgeleitet wird, wie weit man selbst schon mit der Sprache in Berührung gekommen ist, und dass man vielleicht auch jahrelang an einer Straße vorbeigegangen ist, ohne zu wissen, dass der Name aus dem Plattdeutschen kommt. Nicht nur die Voßstraat (Fuchsstraße), auch die Maderstraat (Marderstraße) und die Ilkstraat ( Iltisstraße) kennen bestimmt viele von euch, die in Poppenbüttel wohnen. Wir haben uns auch viele Lieder angehört und zum Teil mitgesungen. Auch ihr kennt sicher das Lied „An de Eck steiht ' n Jung mit ' n Tüddelband“, oder?

Da natürlich der Spaß beim LEBL nicht fehlen sollte, haben wir alle gemeinsam, immer zu zweit einen kleinen Dialog aus einem Asterix- und Obelix-Buch vorgelesen. Ich hätte nie gedacht, dass es so eine Herausforderung darstellen würde, auf Plattdeutsch vorzulesen. Man kann das sehr gut mit einer Fremdsprache vergleichen. Auf jedes kleine Detail musst du achten, damit du es richtig aussprichst. Dann wird das eine Wort nicht so betont, wie man denkt oder es wird einfach ein Buchstabe anders als im Deutschen gesprochen. Ich denke, fast jeder kennt diese Probleme aus einer Fremdsprache. Auch hier sieht man wieder, dass Plattdeutsch eine Sprache ist, und keine leichte, wie man vielleicht denkt. Man kann vieles nämlich gut verstehen, etwas aus einer Sprache ableiten oder aus dem Textzusammenhang verstehen, aber alles dann richtig auszusprechen und auch zu schreiben, erfordert eine lange Übung. Deshalb haben wir kleine Übungen zum Vorlesen und eigenen Schreiben gemacht. Dadurch bekamen wir mit der Zeit eine gewisse Sicherheit, sodass wir dann tatsächlich schon relativ frei lesen und kurze Sätze oder ähnliches schreiben konnten.

Nach zwei Tagen LEBL-Kurs kann ich von mir sagen: Ik snack'n beten platt. Und falls ihr jetzt Lust bekommen habt, Plattdeutsch zu lernen und zu sprechen, hört euch doch einfach plattdeutsche Musik an (wie zum Beispiel „De Fofftig Penns“ und „Fettes Brot“), geht in plattdeutsche Theaterstücke ( zum Beispiel im Ohnsorgtheater in Hamburg) oder lest Asterix und Obelix auf platt. Und manche von euch werden auch die Großeltern oder Eltern fragen können, denn einige von ihnen haben bestimmt mal Plattdeutsch gelernt und sicher noch nicht verlernt. So wird diese Sprache noch lange erhalten bleiben können, wenn ihr dabei helft. Und auch ihr könnt dann meine Frage aus der Überschrift beantworten mit: Ik snack'n beten platt - und gehört dann auch zu den Plietschen.

 
 

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