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Stumbling Stones - "Stolpersteine"

„Aufgeregt?“, „JA!“. Am Morgen des 8. Septembers frage ich das fünf der Schauspieler, die am Abend ihr englischsprachiges Theaterstück, Stumbling Stones, performen werden. Sie schauen mich mit einem aufgeregten Lächeln an und fahren fort, ihren Text durchzugehen.

„You always have to fight to survive.“, mit diesen Worten beenden die Schülerinnen und Schüler ihre Premiere und donnernder Applaus tönt durch die Aula des Heinrich-Heine-Gymnasiums. Sobald man rechts und links von sich schaut, sieht man viele Zuschauer, die noch benommen nach vorne starren und sich verstohlen unter die Augen fassen. Was glitzert denn da? Eine Träne? Kullert bei dem einen oder anderen auf Grund der realistischen Begebenheit des Stücks eine Träne oder ist es der Stolz, dass die Kinder der 7/4 dieses Theaterstück mit Bravour gemeistert haben?

Stumbling Stones ist ein Theaterstück auf Englisch und spielt zur Zeit des Nationalsozialismus. Es erzählt die Geschichte von jüdischen Kindern, die mit Hilfe von zwei polnischen Wärtern aus dem Konzentrationslager fliehen, um ins neutrale Schweden zu flüchten. Während die Kinder unter unmenschlichen Bedingungen im Lager hausen, helfen ihnen zwei polnische Wärter, ihre Leidenschaft für die Musik wieder aufzunehmen. Das wurde den Kindern bis dahin unter Strafe verboten. Die Jungen und Mädchen bilden ein Orchester, das zum Geburtstag des Kommandanten spielen soll. Schnell ist ein Fluchtplan ausgearbeitet: Nach dem Auftritt auf der Feier würden sie aufbrechen, da ihr Verschwinden vorerst nicht bemerkt werden würde. Doch bald nach der Flucht schlagen die Nazis Alarm und die Suche geht los. Die Zeit und die Nationalsozialisten im Rücken tingeln die Kinder von Haus zu Haus, in dem hilfsbereite Bewohner die jüdischen Kinder aufnehmen und verstecken. Doch dann: Ein Anruf bei den Nazis von einem Beobachter und die Flüchtigen sind aufgeflogen.

Manche von ihnen schaffen es bis nach Schweden, andere nicht. Doch weder den Willen zu überleben noch ihre Freundschaft geben sie über den gesamten Verlauf des englischsprachigen Stückes auf.                      

Moment. Ein Stück auf  Englisch? Ja, richtig gelesen. Die Siebtklässler stehen voller Elan auf der Bühne und spielen ohne Probleme in englischer Sprache. Ich möchte von den jungen Menschen wissen, ob sie es komisch finden, nicht in deutscher Sprache aufzutreten. Aber mir wird locker geantwortet: „Wir haben ja Herrn Middleton, deswegen kann man von Ungewohntheit nicht sprechen.“. Herr Middleton – der Regisseur des Theaterstückes und Englischlehrer der Klasse zugleich. Gemeinsam mit ihm haben die Schüler ihr Stück entwickelt und eigene Ideen eingebracht. Die Klasse möchte mit ihrem Stück zeigen, dass auch in weniger guten Zeiten Hoffnung besteht, man nie aufgeben darf und immer an das Gute glauben soll.

Ein, trotz aller Trauer, Mutmacherstück, das ihr da auf die Beine gestellt habt! Great, thank you! 

 
 

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