En Allemagne:
Am 5.4. ging´s los! Wir waren aufgeregt, da wir ja nicht wussten, was auf uns zukommen würde. Gespannt warteten wir auf den Bus, in dem unsere Austauschpartner ankommen sollten. Das Wetter spielte leider nicht so mit, denn es regnete und unsere kreativ selbstgestalteten Schilder mit der Aufschrift: „Bienvenue“ (Herzlich Willkommen) wurden leider nass. Da der Bus Verspätung hatte, mussten wir noch einmal nach Hause fahren und später wieder zur Schule zurückkehren. Doch irgendwann war es endlich so weit und nach langem, nervösem Warten erschien endlich der Bus.
Nach großer Begrüßung ging´s dann endlich in die Familien und die Aufregung war immer noch groß. Am Anfang war es noch sehr schwer zu kommunizieren, doch nach einiger Zeit gewöhnte man sich daran, sich auch mit Händen und Füßen zu verständigen. Nun war Family-Weekend, also sollte sich erst einmal die Familie mit dem Austauschkind beschäftigen. Einige trafen sich schon am ersten Abend, um auch die anderen Franzosen kennen zu lernen und im Laufe des Wochenendes waren einige im Schwimmbad „Arriba“,
Hagenbeck´s Tierpark, in der Stadt shoppen oder waren woanders, auf jeden Fall hatten alle riesigen Spaß!
Nach dem Wochenende kannten wir unsere Austauschpartner schon besser und hörten fast nur positive Berichte! In der nächsten Woche besichtigten die Franzosen viele Ziele in Hamburg, zum Beispiel den Michel, die Altstadt und das Rathaus, während wir weiterhin zur Schule mussten. Doch nachmittags unternahmen wir immer viel zusammen und es war immer superlustig! An einem Tag kamen die Franzosen sogar mit in die Schule und lernten das deutsche Schulleben kennen. Nach dieser aufregenden Woche, in der wir sehr viele neue Freunde kennen gelernt haben, reisten die Franzosen wieder ab.
En France:
Im Mai flogen wir, als Zwischenstation bevor wir in Saint-Malo und bei unseren Austauschpartnern ankommen würden, nach Paris.
Wir schliefen für eine Nacht in einem netten Hotel und um dahin zu kommen, fuhren wir mit der Metro (sehr bekannte U-Bahn in Paris). Da es dort sehr wenige Rolltreppen gibt, mussten wir unser Reisegepäck immer über die Treppen schleppen, was nicht sehr einfach war und so waren wir, als wir endlich im Hotel ankamen, sehr erschöpft. Doch da wir nur einen Tag in Paris hatten, ging es gleich weiter, Paris zu besichtigen.
Wir sahen den Eiffelturm, Montmartre (und dort einen Friedhof, wo auch Heinrich-Heine liegt), den Arc de Triomphe, den Louvre (ein Museum, in dem übrigens auch die Mona Lisa hängt) und die wunderschöne Sacre Coeur (eine riesige weiße Kirche).
Der Eiffelturm war natürlich ein großes Ereignis (im wahrsten Sinne des Wortes, da der Eiffelturm wirklich größer ist als man denkt!) und auch die anderen Sachen waren spannend und so waren wir den ganzen Tag unterwegs.
Erst abends kamen wir beim Sacre Coeur an, der wunderschön in der Dunkelheit weiß strahlte! Manche liefen über den Marktplatz und ließen sich malen und andere setzen sich auf eine Wiese, von der aus man quer über Paris in die Nacht sehen konnte. Unten an der Wiese war eine Show mit Feuerwerk und es war einfach wunderschön, da mit den Freunden zu sitzen, sich zu unterhalten, Spaß zu haben und über Paris mit den vielen Lichtern sehen zu können!
Da dieser Tag insgesamt sehr anstrengend war, fielen wir, wieder im Hotel angekommen, schnell in die Betten und waren sehr aufgeregt auf den nächsten Tag, an dem wir in unsere Gastfamilien kommen würden.
Am nächsten Tag frühstückten wir in dem Hotel, was das erste Mal „französisch“, bedeutete:
ein Croissant, ein kleines Baguette, Marmelade und einen Kakao (wahlweise auch Tee oder Kaffee), in den man das Croissant eintunken konnte, um es zu essen. Sehr lecker!
Nach dem Frühstück ging es gleich mit der Metro zum TGV.
Nach drei Stunden kamen wir endlich in Saint-Malo an, wo unsere Gastfamilien schon warteten. Jetzt wurde es erst richtig spannend, schließlich sollten wir länger als eine Woche in dieser fremden Familie leben! Ich wurde von meiner Austauschpartnerin und ihrer Mutter abgeholt und zu Hause von ihrem Vater und ihrem jüngeren Bruder sogleich supernett empfangen. Es war gar nicht so schwer, wie ich dachte, mich mit ihnen zu unterhalten, was vielleicht auch daran lag, dass sie immer extra langsam sprachen, wenn sie mit mir sprachen, was ich sehr süß fand. Ich verstand mich sowieso gleich sehr gut mit meiner Familie und war sehr glücklich bei ihr. Sie hatte außerdem einen Hund „Tobi“, der total süß war!!
In den nächsten Tagen trafen wir uns mit den anderen, von denen man auch nur positive Sachen hörte. Morgens waren die Franzosen in der Schule und wir Deutschen sahen uns Saint-Malo an. Wir waren in „ Intra-Muros“, der Altstadt, haben uns Concale angesehen, wo es einen Strand mit wunderschönen Muscheln gab und haben uns Rennes angeguckt, wo wir eine Rallye machten und shoppen waren. Nachmittags trafen wir uns dann privat bei den Franzosen auch mit Jungen aus der Schule, spielten Spiele und lachten sehr viel!
Ich muss sagen, die französischen Jungen und Mädchen sind ganz anders als die deutschen…viel offener und sagen einem offen ins Gesicht, was sie denken, was für uns Jungs und Mädchen sehr ungewohnt aber lustig war! Außerdem hatten wir einfach total viel Spaß mit ihnen!
An einem Tag waren auch wir Deutschen mit in der Schule. Uns ist aufgefallen, dass sie sehr lange Schule haben, dafür aber auch teilweise erst um 9 Uhr Schulbeginn haben, doch ihre Schulstunden sind auch 60 min. lang, was ich mir nicht vorstellen könnte.
Ich war in einer Klasse, die in den ersten beiden Stunden Sport hatte und dafür sind sie extra an den Strand gegangen. Das heißt, die Franzosen können Sport am Strand machen! Direkt neben dem Wasser und den Schiffen, die dort vorbeifahren! – Echt toll!
Eigentlich ist der Unterricht aber nicht sehr anders als bei uns. Es gibt Lehrer, die lustigen Unterricht machen und Lehrer, die langweiligen Unterricht machen, also ganz normal. Nach Schulschluss trafen wir wieder auf unsere deutschen Freunde und auch sie hatten alle Spaß.
Als der Tag des Abschieds kam, waren alle sehr unglücklich und manche haben sogar geweint. Doch man freute sich auch wieder auf zu Hause und war froh bei diesem Austausch mitgemacht zu haben, da man viele neue Freunde kennen gelernt hat, mit denen man eine tolle Zeit verbracht hat und die man nie vergessen wird.
Milena S. Junge