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Wer kennt Pelle?

Die Kennenlernreise der 5/4 nach Pellworm

Es sollte eine besondere Fahrt werden, ein echtes Abenteuer.
Und das begann am Freitagvormittag auf dem Poppenbütteler Bahnhof: Anreise zur Nordseeinsel Pellworm mit S-Bahn, Fernbahn, Bus, Fähre, Bus und Fahrrad!

Und dann, auf der Fähre lernten alle es kennen, das Deichschaf Pelle, Wappentier der Pellwormer. Zwischen Ankunft der Fähre auf der Insel und Ablegen am Sonntag sah man dann eigentlich immer irgendwo Schafe stehen, rum stehen oder im Weg stehen (doch dazu später).

Auf der Insel angekommen, wurden zuerst die wichtigsten Dinge organisiert, die Fahrräder!

Denn obwohl recht übersichtlich, kann man auf der Insel doch erstaunliche Strecken zurücklegen. Mit den Rädern ging es dann am Deich entlang zum Kinderhof Lucht (der besten Herberge südlich des Nordpols, zumindest aber nördlich der Elbe), wo wir bereits zum Abendessen erwartet wurden. Nachdem ein jeder seine Insel (Zimmer) bezogen hatte, wurde noch ausgiebig die nähere Umgebung nebst Fußball- und Spielplatz erkundet.
Bei bestem Wetter stand dann für Samstag die Erkundung der technischen und historischen Seiten Pellworms an. Eigens für uns wurde eine Führung durch die Biogasanlage gemacht, in der wir sehen konnten, wie aus Kuhmist und Mais Strom gewonnen wird. (Es roch nicht wirklich gut dort, war aber schön laut und beeindruckend.)

An der Nordseite der Insel angekommen folgten wir dem Außendeich und machten nun die ersten direkten Erfahrungen mit den Schafen, die
a) alle Wege verunzierten (warum nehmen die eigentlich Kuhmist für Biogasanlage, wo doch die Hälfte aller Wege von Schafen ……?) und
b) die andere Hälfte der Wege einfach blockierten.

Hier lernte die 5-4 nun auch, das
a) auf Nordseeinseln viel Wind weht und
b) dieser fast immer von vorn kommt.

Am Nachmittag dann das Watt!!

Bioexkursion: bei strahlendem Sonnenschein in Badezeug durch den Schlamm waten. Es wurden alle Arten von Würmern, Schnecken, Muscheln und Krebsen gefunden und nach längerem Suchen auch die Nordsee, die sich ein wenig zurückgezogen hatte. Und so fanden sich noch etliche Kinder Ende September beim Baden in eben jener. Falls jemandem dabei kalt geworden ist, so wurde ihm beim anschließenden Toben auf dem Deich gleich wieder warm. Besonders beliebte Spiele waren: Deich-runter-rollen (seitlich und vorwärts) und Deich-abgrasen in den Varianten, anschließend jemanden mit dem Gras zu bewerfen oder darunter zu verstecken (dies unterschied die 5-4 von Pelle und Konsorten, die das tolle Gras bloß auffraßen). Insbesondere die Variante Lehrer-mit-Gras-bewerfen gewann sehr schnell an Popularität.

Am Sonntag wurde es dann nochmals lehrreich. Der Besuch der Schutzstation Wattenmeer mit vielen tollen Exponaten und einem großen Wattenmeer-Aquarium: außer echten Robben gab es da fast alles, was sonst so in der Nordsee lebt.

Anschließend noch zwei Stunden im Watt rumgetobt, den Deich abgegrast und ein wenig rumgerollt und schon stand die letzte Radtour an, zurück zum Fahrradverleih mit einem kleinen Umweg über die Vogelkoje und den Ostdeich. Dort wurde noch ein letzter wehmütiger Blick auf all die Pelles der Insel geworfen. Dann wartete der Bus, die Fähre, der Bus, die Fernbahn und die S-Bahn auf uns.

Wie es sich für ein Abenteuer gehört, hörte es auch erst richtig spät auf und um 22.30 Uhr waren alle wieder wohlbehalten und total abgekämpft (auch das gehört dazu) in Poppenbüttel.

2 Mädels wussten nach dieser Fahrt auch schon sehr genau, was sie mal werden wollen: Rechtsanwältinnen um die Lehrer zu verklagen, wegen all der laaangen und aaaanstrengenden Radtouren. (Aber da im Mathe-Unterricht errechnet wurde, dass in drei Tagen nur insgesamt 42 Kilometer gefahren wurden, sehen die Lehrer dem Prozess recht entspannt entgegen.)