Die Mohrrüben in der Pausenhalle sind nicht zu übersehen:Das Heinrich-Heine-Gymnasium als „Gesunde Schule“ ausgezeichnet worden. Was steckt dahinter?
Es ist ein Wettbewerb, den die Hamburgische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V. (HAG) in jedem Jahr ausschreibt. Bewerben können sich Schulen, die das Thema „Gesundheit“ in ihre Arbeit einbeziehen – und dies nicht nur sporadisch, sondern längerfristig und nachhaltig: Das, was in einem Jahr initiiert wurde, muss im folgenden Jahr fortgeführt und ausgebaut werden.
Eine Teilnahme bedeutet aber noch keinen Gewinn: Kommt die HAG zu dem Ergebnis, die in dem betreffenden Jahr vorgelegten Unterlagen rechtfertigen keine Auszeichnung, vergibt sie stattdessen nur eine sog. „Anerkennung“. Umso stolzer sind wir, seit unserer ersten Teilnahme im Schuljahr 2003/2004 alljährlich eine förmliche Auszeichnung als „Gesunde Schule“ erhalten zu haben.
Nun ist der Begriff missverständlich. „Gesund“ wird eine Schule nicht allein dadurch, dass sie sich bei einer Ausschreibung bewirbt. Aber sie kann sich auf den Weg machen, eine gesunde Schule zu werden. Um eine etwas abgegriffene, aber passende Wendung zu bemühen: Der Weg ist das Ziel. Eine „gesunde Schule“ ist eine Schule, die zielstrebig und planmäßig ihr Gesundheitsbewusstsein entwickelt. Dabei geht es beileibe nicht nur um den Unterricht, sondern um ein gesundes Miteinander von Schüler/-innen, Lehrer/-innen, Eltern, Hausmeistern, Schulsekretärinnen etc.
Eingereicht haben wir in den letzten Jahren folgende Aspekte unseres schulischen Miteinanders:
(1) Gestaltung des Schulgeländes / der Schulräume
Seit rund zehn Jahren gibt es bei uns eine Kletterwand, an der in den Pausen alle Eltern bis zu einer bestimmten Höhe frei klettern dürfen. Das hat sich noch nicht so herumgesprochen; deshalb wird die Wand im Prinzip nur von den Schüler/-innen genutzt. Wer höher hinaus möchte, kommt am Freitagnachmittag zur Kletter-AG.
Darüber hinaus haben wir seit einigen Jahren auf unserem Schulgelände gezielt Bewegungsangebote für die großen und kleinen Pausen gebaut: die Tischtennisplatten, die Basketballkörbe, die Fußballtore, das neue Basketballfeld. Und dort, wo bisher die Pavillons standen, sind zwei neue Sportplätze entstanden. Das weiträumige, z.T. dicht bewachsene Schulgelände wird von den Jüngeren gern als eine Art „Abenteuerspielplatz“ genutzt. Eine „bewegte Pause“ ist unser Ziel; das unterstützen auch die Spielekisten in allen 5. und 6. Klassen: So viele Schüler/-innen wie möglich sollen die Möglichkeit haben, sich in den Pausen zu bewegen.
Dies ordnet sich ein in ein umfassendes erlebnispädagogisches Konzept, zu dem auch eine einwöchige erlebnispädagogische Klassenfahrt in Klasse 6 gehört, angeleitet und betreut von professionellen Trainern, sowie die obligatorische Skilanglauffahrt in Klasse 7.
(2) Jahrgangsübergreifende Arbeit: Ältere Schüler/-innen arbeiten mit jüngeren Schüler/-innen
An unserer Schule wird das gemeinsame Arbeiten von älteren und jüngeren Schüler/-innen gezielt gefördert. Eine regelmäßige Hausaufgabenhilfe – angeboten von älteren Schüler/-innen in den Räumen der Schule – gibt es schon seit einigen Jahren. Auch hat jede unserer 5. und 6. Klassen mehrere Paten; dies sind (ausgesuchte) Schülerinnen und Schüler aus den 10. Klassen. Diese Paten helfen bei Schulproblemen, sie begleiten aber auch ihre jeweilige Klasse auf der Kennenlernfahrt (5. Klasse).
Darüber hinaus haben wir eine bemerkenswerte Anzahl von Arbeitsgemeinschaften, die ältere Schüler/-innen für die Jüngeren anbieten, darunter viele Sport-AGs. In jedem Jahr kommen neue AGs hinzu. Das Schöne daran ist, dass die Schüler/-innen selbst auf Ideen für AGs kommen!
(3) Suchtprävention
Ausgesprochen rege ist die Arbeit von Kolleg/-innen und Elternrat auf dem Gebiet der Suchtprävention. Regelmäßig laden wir Referent/-innen des Hamburger Suchtpräventionszentrums (SPZ) in die Schule, um Eltern mit unterschiedlichen Themen vertraut zu machen, unter anderem auch zu Themen wie „Medienkonsum“. Zum Konzept der Suchtprävention gehören verschiedene regelmäßige Unterrichtsangebote im Fach Biologie ebenso wie das im Stundenplan der 5. und 6. Klassen fest verankerte „Lions Quest“-Programm. Seit dem Schuljahr 2005/2006 bsuchen wir mit den 6. Klassen die Veranstaltung „Nichtrauchen ist cool“ im UKE . Und regelmäßig nehmen Klassen unserer Schule am Nichtraucher-Programm „Be smart, don“t start“ teil.
(4) Lehrergesundheit
Für eine Schule, in der man gut miteinander umgeht, ist auch die Gesundheit der Lehrerinnen und Lehrer wichtig. Die Maßnahmen, die wir hier eingereicht haben, sind nicht spektakulär, aber wirkungsvoll: zum einen die Neugestaltung und Verschönerung des Verwaltungstraktes und des Lehrerzimmers mitsamt den neuen Lehrerarbeitsplätzen, zum anderen die Supervisionsgruppe, die sich an unserer Schule seit zwei Jahren regelmäßig zusammenfindet. Zur entspannteren Ausübung des Berufes – weg vom aufreibenden Einzelkämpfertum hin zum Teamwork – tragen auch die institutionalisierten regelmäßigen Besprechungen auf Klassen- und auf Jahrgangsebene bei, natürlich auch unsere Beratungslehrerin Frau Tölke. Sie ist ansprechbar für Schüler/innen, Lehrer/innen und Eltern und hat ihre Sprechstunde mittwochs 1. große Pause und nach Vereinbarung.