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Projektreise nach Wien

Eine Projektreise nach Wien, beim Ansehen des Programms verschwand meine Vorfreude. Viele Museen besuchen, typische Touristen- Attraktionen  besichtigen und das ganze auch noch mit Leuten, mit denen ich in meiner Freizeit wenig Kontakt hatte. Meine Freunde freuten sich auf eine tolle Woche in Madrid oder Schottland und ich hatte das Kultur- Programm in Wien erwischt.

Doch bereits nach der berüchtigten Donaurundfahrt änderte ich meine Einstellung: nette Mädels in meinem Zimmer, überraschend viel Freizeit und ein wirklich abwechslungsreiches Programm.

Die Schlösser beeindruckten mich sehr und ich merkte, wie ich anfing, mich für die erzählten Dinge zu interessieren. Ich stand nicht wie erwartet da und hörte mir die Informationen aus Pflicht an, sondern ließ mich von den schönen Farben und Formen inspirieren und  bekam einen Eindruck von der  vergangenen, fremden,  aber sehr beeindruckenden Geschichte Wiens. Besonders gefiel mir der Schlossgarten Schönbrunn, hier kam dann auch ein Gefühl von Urlaub auf. Wir saßen auf einer Bank, die uns den wunderschönen Ausblick auf den kompletten Garten und das Schloss bot, die Sonne schien und man konnte gar nicht anders, als den Moment zu genießen. Das Gefühl von einer Schul-/ Bildungsreise verschwand. Dieses Wohlgefühl kam auch beim Schloss Belvedere wieder auf, die Mächtigkeit und Schönheit dieser Schlösser faszinierte mich vollkommen.

So verging die Woche doch schneller, als ich erwartet hatte. Das tägliche Programm wurde eingehalten und gab uns viel Wissen, das uns meiner Meinung nach wirklich weiterbringen wird. Besonders im Sigmund Freud Museum erklärte die thematisierte Psychoanalyse viel über unser momentanes Thema und erweiterte unser Allgemeinwissen, welches in der Schule aus Zeitgründen zu wenig gefördert wird.

Neben dem Pflichtprogramm blieb uns zudem täglich noch reichlich Zeit, um Wien auf unsere eigene Weise kennenzulernen und zu erkunden. Der Prater, die Oper, der Tiergarten Schönbrunn und das einfache durch die Stadt laufen gaben einen vielfältigen Eindruck von Wien. So erfuhren wir, dass die Leute recht reserviert und kühl auf uns reagierten und nicht viel für Gastfreundschaft überhatten. Ein möglicher Grund dafür: die Schönheit und Extravaganz Wiens, die vielen Kutschen, die edle Kleidung der Wiener und die unglaublich teuren Läden  in der Einkaufsstraße.

Als Abschied und letzte Aktion in Wien nahmen meine Freundin Jana und ich uns vor, das Hundertwasserhaus anzuschauen. Ich war völlig verwundert, als wir ankamen. Ich hatte mir ein typisches Museum vorgestellt, aber etwas völlig anderes erwartete uns. Unzählige Touri- Läden, die in das von außen, als auch innen wunderschöne Haus eingepasst waren. Natürlich waren diese komplett überteuert und nahmen einem ein bisschen das schöne Gefühl für das Haus, welches als Werk wirklich beeindruckend und liebevoll verziert war. Bunte Fliesen, viele Farbspiele und abstrakte Formen bildeten eine völlig eigene Welt. Sogar die Toiletten waren verziert und vor diesen stand ein kleiner beleuchteter Brunnen, der wirklich ein besonderes, nicht alltägliches Flair verbreitete. Inmitten des Hauses war zudem noch eine Bar, die optimal an das Farbbild und die Form des Hauses angepasst war.

Als Gesamtbild hat mir das Hundertwasserhaus also doch sehr gut gefallen, auch wenn es vollkommen auf Touristen ausgerichtet war und leider dadurch viel Charme verloren hat.  Es bildete für mich einen schönen Abschied von Wien und letztendlich habe ich Wien in guter Erinnerung.

Die Woche hat mir gezeigt, dass meist doch alles anders kommt, als man es erwartet. Aus den Erzählungen der anderen Leistungskurse habe ich geschlossen, dass unsere Reise wirklich am lehrreichsten war und ihrem ursprünglichen Anspruch gerecht wurde. Wir haben etwas gelernt, sehr viel von Wien gesehen und somit eine wirkliche Projekt- Reise erlebt. Dazu hatten wir auch noch eine Menge Spaß und alles ist gut verlaufen. Somit zeigt sich für mich, dass Kultur und Freude miteinander verbunden sein können und sich nicht automatisch ausschließen. Und im Nachherein bin ich froh darüber, die “Wiener-Kulturreise“

Erfahrungsbericht Nr. 2

(Fotos folgen)